PLUS: Versorgung von Suchbetroffenen mit Hepatitis C
3. BUNDESWEITES PLUS-FORUM 2020
MEETS SUCHTEXPERTEN-GREMIUM
Die Corona-Pandemie beeinflusst derzeit nahezu alle Lebensbereiche. Für die gesundheitliche Versorgung von schwer erreichbaren Gruppen hat die aktuelle Entwicklung zusätzliche Herausforderungen mit sich gebracht. Gerade in Ausnahmesituationen zeigt sich Vernetzung hierbei als besondere Chance und immer häufiger sogar als Notwendigkeit, um diese Herausforderungen erfolgreich zu meistern.

Vor diesem Hintergrund findet das diesjährige bundesweite PLUS-Forum gemeinsam mit dem Suchtexperten-Gremium am 24. und 25. September 2020 in Mainz statt:

Elimination von Hepatitis C in Zeiten von Corona – Vernachlässigen wir die Risikogruppen?

Diskutieren Sie mit und melden Sie sich über diesen Link für die Veranstaltung an.

Impressionen des letzten bundesweiten PLUS-Forums in Bochum finden Sie im Informationsbereich.

WELT-HEPATITIS-TAG 2020

„Hepatitis: Findet die fehlenden Millionen!“, unter diesem Motto der World Hepatitis Alliance steht auch 2020 wieder der Welt-Hepatitis-Tag am 28. Juli. Der Tag soll global über die Risiken, aber auch Schutz- und Behandlungsmöglichkeiten von Hepatitis-Infektionen informieren. Damit zahlt der Tag auch auf das Ziel der Weltgesundheitsorganisation (WHO)1 und der Bundesregierung2 ein, Hepatitis B und C bis zum Jahr 2030 zu eliminieren.

Ein weiter Weg, denn die Dunkelziffer ist groß: Laut Schätzungen wissen 290 Millionen Menschen weltweit nicht, dass sie an einer chronischen Hepatitis erkrankt sind. 3 Dabei gibt es insbesondere für Hepatitis C moderne Therapiemöglichkeiten, und eine Heilung ist bei nahezu allen Patienten möglich. Die regionalen PLUS-Gesundheitsinitiativen Hepatitis C zielen auf die Versorgungsverbesserung von Risikogruppen ab und können so einen Beitrag dazu leisten, Hepatitis C langfristig zu eliminieren.

1 World Health Organization (2017). Global Hepatitis Report.
2 Bundesministerium für Gesundheit, Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (2016). BIS 2030 – Strategie zur Eindämmung von HIV, Hepatitis B und C und anderen sexuell übertragbaren Infektionen.
3 Hepatitis: eine unterschätzte Krankheit mit hoher Dunkelziffer; https://www.gesundheitsforschung-bmbf.de/de/hepatitis-eine-unterschatzte-krankheit-mit-hoher-dunkelziffer-9689.php (letzter Zugriff am 09.07.2020)

Bochumer Erklärung

 

Experten definieren folgende sechs Forderungen an die Politik, um eine Elimination von Hepatitis C bis 2030 auch im Suchtumfeld realisieren zu können:

  1. Deutschland braucht ein umfassendes Hepatitis-C-Screening
  2. Hepatitis-C-Antikörpertests müssen wieder budgetneutral werden
  3. Stärkung präventiver Maßnahmen gegen „Needle-Sharing“
  4. Konzertierte Maßnahmen gegen Hepatitis C in Haft
  5. Bessere Maßnahmen für eine nachhaltige Substitution
  6. Deutschland braucht eine Informationskampagne zur Aufklärung über Hepatitis C

Möchten Sie mehr lesen? Hier finden Sie das politische Eckpunktepapier:

Einen Video-Zusammenschnitt der Diskussion finden Sie im Informationsbereich.

Die PLUS-Initiative
auf einen Blick

Idee und Aufbau

Der Aufbau eines regionalen PLUS-Projektes auf einen Blick

Menschen mit (ehemaligem) Drogengebrauch haben ein erhöhtes Risiko, sich mit dem Hepatitis-C-Virus zu infizieren oder dieses bereits in sich zu tragen.

Gleichzeitig führen die Lebens- und Versorgungsituationen von Suchterkrankten dazu, dass der Zugang zu Hepatitis-C-Therapien erschwert sein kann. Außerdem findet das Thema Gesundheit neben anderen Themen oft wenig Beachtung bei den Suchterkrankten selbst.

Aber auch unklare Versorgungsstrukturen können eine Hürde darstellen. Um die Versorgungssituation von (ehemals) Suchterkrankten nachhaltig zu verbessern, müssen viele Akteure an einem Strang ziehen.

Hier setzt das Konzept der PLUS-Gesundheitsinitiative Hepatitis C an: Regionale Akteure werden zusammengebracht, um gemeinsam einen Aktionsplan zur Verbesserung der Versorgungssituation von (ehemals) Suchterkrankten mit Fokus auf Hepatitis C zu entwickeln und umzusetzen.

Die Struktur von PLUS

Die PLUS-Initiative – kurz für PLUS-Gesundheitsinitiative Hepatitis C – ist eine bundesweite Dachmarke mit der Zielsetzung, die Versorgung von (ehemals) Suchterkrankten mit Fokus auf Hepatitis C zu verbessern. Sie vereint regionale PLUS-Projekte in verschiedenen Städten, bei denen Projektpartner vor Ort die Maßnahmen nach ihrem individuellen Bedarf gestalten.

Diese PLUS-Angebote können von anderen Projekten übernommen oder komplett neu entwickelt werden – je nachdem, welchen Bedarf die Projektpartner in der Region sehen.

Eine Übersicht der bisher entwickelten PLUS-Angebote finden Sie hier.

Visualisierung Plus Struktur

Die Basis von PLUS

Etwa 270.0001 Menschen in Deutschland sind mit dem Hepatitis-C-Virus infiziert

Ein großer Teil ist jedoch nicht diagnostiziert. Am häufigsten wird Hepatitis C in Deutschland heute durch intravenösen Drogenkonsum übertragen. Etwa 80 % der Hepatitis-C-Neudiagnosen mit bekanntem Übertragungsweg sind auf intravenösen Drogenkonsum zurückzuführen.2 Die Erkrankung ist heute in nahezu allen Fällen schnell und einfach heilbar.

Hepatitis C ist eine Infektionskrankheit, ausgelöst durch das Hepatitis-C-Virus (HCV), die zur Entzündung der Leber führt. Nicht adäquat versorgt kann sie unter anderem zu Leberkrebs und sogar zum Tod führen. Aktuell gibt es in Deutschland wenige Unterstützungsangebote für Menschen mit einer langjährigen Suchterkrankung und Hepatitis C.

1 Berechnet nach: Robert Koch-Institut (RKI). Epidemiologisches Bulletin Nr. 30, 27. Juli 2017

2 Robert Koch-Institut (RKI). Epidemiologisches Bulletin Nr. 30, 25. Juli 2019; 281

Gesundheitliche Chancengleichheit: Substitution und Hepatitis-C-Therapie

Die Chance auf eine innovative Hepatitis-C-Therapie ist für Substituierte geringer als die der deutschen Allgemeinbevölkerung. Optimalerweise erhalten Menschen mit aktivem Drogengebrauch neben der medizinischen Versorgung weitere, aufeinander abgestimmte Hilfsangebote.

Disziplinübergreifende und vernetzte Versorgung von Suchterkrankten mit Hepatitis C

Die PLUS-Initiative zielt auf die Versorgungsverbesserung von (ehemals) Suchterkrankten, Substituierten und Abstinenzwilligen mit Hepatitis C ab. Dafür entstehen regionale PLUS-Projekte, deren Partner gemeinschaftlich an Lösungen zur Verbesserung der sozialen und gesundheitlichen Lage arbeiten. Gleichzeitig fördert die PLUS-Initiative die Vernetzung bestehender Einrichtungen und stärkt die öffentliche Aufmerksamkeit für die Themen Sucht sowie Hepatitis C.

Erste Erfahrungen zeigen, dass sich die Versorgungssituation von (ehemals) Suchterkrankten mit Hepatitis C durch die PLUS-Angebote in mehreren Regionen verbessert hat.

Einbindung der Erkrankten in die Entwicklung des regionalen PLUS-Projekts

In einem regionalen PLUS-Projekt geht es um Hepatitis C und den Zugang zu einer Therapie, um Gesundheit, Lebensqualität und die Stabilisierung der Erkrankten (z.B. durch psychosoziale und Tagesstruktur-Angebote oder Angebote zur Stärkung der Ernährungskompetenz). Die aufeinander abgestimmten PLUS-Angebote für ein ganzheitliches Versorgungsangebot werden in den PLUS-Regionen idealerweise zusammen mit Suchterkrankten selbst entwickelt. Durch die Einbindung können diese im Laufe des PLUS-Projekts mehr Verantwortung übernehmen und zu PLUS-Botschaftern werden.

PLUS-Teilnehmer berichten

Es ist ein wunderschönes Gefühl, an den Erfolgserlebnissen der Klienten Teil zu haben.
eine Honorarkraft des PLUS-Projekts
aus Stuttgart
Die PLUS-Angebote waren für mich eine Chance, den Alltag neu zu gestalten.
ein Drogenkonsument
aus Stuttgart
PLUS hat mir geholfen, mit mir, mit anderen und mit der Familie wieder besser klar zu kommen.
ein Drogenkonsument
aus Stuttgart

Hepatitis C und PLUS

Hepatitis C, Sucht und Handlungsbedarf

HEPATITIS-C-VIRUS: möglicher Auslöser für Leberzirrhose, Leberkrebs und Leberversagen

Hepatitis C ist eine Erkrankung der Leber. Sie wird durch das Hepatitis-C-Virus (HCV) ausgelöst. Oft leben die Erkrankten über Jahre mit der Infektion, ohne es zu wissen. In den ersten sechs Monaten kann die Erkrankung in rund 20 bis 40 %1 aller Fälle von selbst ausheilen. In der Gruppe der Drogenkonsumenten liegt die Rate im unteren Bereich, nämlich bei 25 %.2 Geschieht das nicht, ist bei der Mehrzahl der Fälle eine Spontanheilung der Leber nach sechs Monaten nicht mehr zu erwarten. Die Entzündung der Leber schreitet oft unbemerkt über einen längeren Zeitraum voran. Die chronische Erkrankung kann zu einer Leberschädigung bis hin zur Leberzirrhose, Leberkrebs und schließlich zum Tod führen. Dabei ist die Erkrankung heute in nahezu allen Fällen schnell und einfach heilbar. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die Bundesregierung haben deshalb ein Ziel formuliert: Die Elimination von Hepatitis C bis zum Jahr 2030.

1 Sarrazin C, Zimmermann T, Berg T et al. Zeitschrift für Gastroenterologie. 2018;56(07):761.

2 Sarrazin C, Zimmermann T, Berg T et al. Zeitschrift für Gastroenterologie. 2018;56(07):768.

HEPATITIS C
IN DEUTSCHLAND

60 bis 80%1

der Infektionen entwickeln sich zu einer chronischen Hepatitis C

1.3002

Menschen sterben pro Jahr an Leberversagen als Folge einer chronischen Hepatitis-C-Infektion

ca. 270.0003

Erkrankte mit chronischer Hepatitis C gibt es schätzungsweise in Deutschland

1 Abgeleitet aus: Sarrazin C, Zimmermann T et al. Zeitschrift für Gastroenterologie. 2018;56(07):761.

2 Robert Koch-Institut (RKI). GBE-Themenheft Hepatitis C, 2016; S. 13.

3 Berechnet nach: Robert Koch-Institut (RKI). Epidemiologisches Bulletin Nr. 30, 27. Juli 2017.

Sucht und das
Hepatitis-C-Virus

80%1

der Hepatitis-C-Neudiagnosen mit bekanntem Übertragungsweg sind in Deutschland auf intravenösen Drogenkonsum zurückzuführen.

Eine Ansteckung mit dem Virus erfolgt über direkten Blut-zu-Blut-Kontakt. Menschen mit intravenösem Drogenkonsum bilden eine Hochrisikogruppe für eine HCV-Infektion.

79.4002

Suchterkrankte erhalten derzeit eine Substitutionsbehandlung in Deutschland.

Die Zahl der Drogenkonsumenten in Deutschland ist schwer zu schätzen. Etwa 166.0003 Menschen gelten in Deutschland als heroinabhängig. Ihr Leben prägt häufig ein komplexes Geflecht aus psychischen, sozialen und gesundheitlichen Problemen: Vielen fehlt eine eigene Wohnung und sie haben kaum ausreichende Mittel zur Verfügung, um ihren Alltag zu bewältigen. Häufig werden soziale Kontakte lediglich zu Menschen innerhalb der Drogenszene und zu Akteuren des Hilfesystems gehalten.

44%4

der Suchterkrankten in Deutschland sind mit Hepatitis C infiziert

10%5

der Hepatitis-C-therapierten Patienten sind auch Substitutionspatienten

1 Robert Koch-Institut (RKI). Epidemiologisches Bulletin Nr. 30, 25. Juli 2019: 281.

2 Bundesopiumstelle: Bericht zum Substitutionsregister, Januar 2019.

3 Kraus L et al. Dtsch Arztebl Int 2019;116:137–43.

4 Robert Koch-Institut (RKI). DRUCK-Studie, Berlin 2016; 85.

5 Abgeleitet aus: Christensen S, Buggisch P, Mauss S et al. Addiction. 2018;113(5):868-882.

Handlungsbedarf im Bereich Hepatitis C und Sucht

Chance auf eine Hepatitis-C-Therapie für Suchterkrankte erhöhen

Der Zugang zu innovativen Hepatitis-C-Therapien kann für Suchterkrankte mit Barrieren verbunden sein:  Für Menschen mit Suchterkrankung kann es oft herausfordernd sein, psychische, soziale und gesundheitliche Bedürfnisse in Einklang zu bringen. Vor diesem Hintergrund kommt das Thema „Gesundheit“ häufig zu kurz. Gleichzeitig fehlt es an Wissen und Aufklärung über Hepatitis C, was zu Angst vor Nebenwirkungen, aber auch der Behandlung selbst führt. Außerdem sind sie oftmals Stigmatisierung und Diskriminierung in vielen Lebensbereichen ausgesetzt.1,2

1 Vgl. Grebely J et al. International Journal of Drug Policy. 2019;72:1-10.

2 Vgl. Høj S et al. International Journal of Drug Policy. 2019;72:11-23.

Lösungsansatz der PLUS-Initiative

Initiierung eines ganzheitlichen Präventions- und Unterstützungsangebots für mehr gesundheitliche Chancengleichheit

Hepatitis C ist heutzutage sehr gut behandelbar und in den meisten Fällen heilbar. Substitutionspatienten und (ehemalige) Drogengebrauchende können durch innovative Hepatitis-C-Therapien eine vergleichbare Heilungsrate wie Patienten ohne Suchterkrankung erzielen.1. 2

Die Versorgungssituation für Suchterkrankte kann durch niedrigschwellige Ansätze und eine stärkere Vernetzung lokaler Suchthilfe-Akteure verbessert werden. Ein ganzheitliches Präventions- und Unterstützungsangebot kann Barrieren abbauen – für mehr gesundheitliche Chancengleichheit.3, 4

1 Christensen S, Buggisch P, Mauss S et al. Addiction. 2018;113(5):868-882.

2 Hajarizadeh B et al. The Lancet Gastroenterology & Hepatology. 2018;3(11):754-767.

3 Vgl. Grebely J et al. International Journal of Drug Policy. 2019;72:1-10.

4 Vgl. Høj S et al. International Journal of Drug Policy. 2019;72:11-23.

Zielsetzung der
PLUS-Initiative

die Bekämpfung von Hepatitis C

Die PLUS-Initiative ist ein innovativer Ansatz in der Suchthilfe zur Bekämpfung von Hepatitis C.

Mit regionalen PLUS-Projekten wird die gesundheitliche Chancengleichheit gefördert.

Folgende Ziele sind damit verbunden:

Gesellschaftliche Teilhabe der Erkrankten für mehr soziale Lebensqualität

Ganzheitliche, alltagsintegrierte Unterstützungsangebote zusätzlich zur Basisversorgung

Psychische, physische und soziale Stabilisierung von Erkrankten sowie gesteigerte Erfahrung des Selbstwerts

Förderung der Selbstständigkeit der Erkrankten

Aufbau von Gesundheitswissen und dadurch eines gesteigerten Gesundheitsbewusstseins (unter anderem in Bezug auf Hepatitis C)

Aufbau eines interdisziplinären Versorgungsnetzwerks und Zugang zu diesem

Erfahrungsaustausch mit anderen Erkrankten im Sinne der Selbsthilfe

Vernetzung und Austausch der Partner sowie relevanter und sektorübergreifender Akteure

Grundsätze der PLUS-Initiative

das „Mehr“ in der Versorgung

Partizipation

Die PLUS-Initiative verfolgt einen partizipativen Versorgungsansatz: Gemeinsame (Weiter-) Entwicklung der regionalen PLUS-Angebote mit den Erkrankten, um Bedürfnisse gezielt zu adressieren und sie gleichzeitig zu motivieren.

Zum Peer-PLUS-Peer-Ansatz

Nachhaltige Verbesserung

Die Partner der regionalen PLUS-Projekte streben eine Verstetigung der Vernetzung und der PLUS-Angebote an. Sie sind überzeugt: nur durch ein langfristig ausgelegtes Versorgungsangebot können Versorgungsqualität und Lebensqualität nachhaltig verbessert werden.

Versorgungsansatz

Die PLUS-Initiative hat das Ziel, Drogenkonsumenten, Substituierte und Abstinenzwillige zu erreichen und deren regionale Gesundheitsversorgung durch eine Betrachtung der gesamten Lebensumstände nachhaltig und strukturell zu verbessern. Der Fokus liegt dabei auf dem Thema Hepatitis C.

Enge und abgestimmte Zusammenarbeit

Die Vernetzung der Partner spielt innerhalb der PLUS-Initiative eine große Rolle. Durch den Zusammenschluss verschiedener Akteure können umfassende Expertise und sektorspezifische Aspekte in ein PLUS-Projekt integriert werden. Ein regionales PLUS-Projekt durch lediglich eine Institution ist daher nicht zielführend.

Evaluation der PLUS-Initiative: ein großer Erfolg

Erfolgreiche Beispiele zur Verbesserung der Versorgungssituation Suchterkrankter mit Hepatitis C

Verbesserung der Lebenssituation als Basis für ein gesteigertes Gesundheitsbewusstsein

Partizipativer Ansatz

Mit PLUS gegen Hepatitis C

Hier können Sie die Evaluationsergebnisse nachlesen:

PLUS-Angebote

BAUSTEINE FÜR GANZHEITLICHE REGIONALE PLUS-PROJEKTE

Kompetenztraining und Schulungen

Kompetenztrainings und Schulungen dienen der Aneignung von Fähigkeiten und Wissen. Sie vereinfachen den Suchterkrankten die Bewältigung alltäglicher Aufgaben oder geben Sicherheit im Umgang mit den im Kontext einer Drogensucht relevanten Themen. Schulungen für Betreuer sind in diesem Rahmen ebenfalls eine wichtige Komponente, um den Suchterkrankten beispielsweise psychosoziale Unterstützung zu ermöglichen.

Information und Aufklärung zu Hepatitis C

Die Informations- und Aufklärungsmaterialien zu Hepatitis C wurden in Zusammenarbeit mit Erkrankten erstellt, um deren speziellen Bedürfnissen gerecht zu werden. Durch eine verständliche Aufbereitung relevanter Informationen stellen die Materialien unterstützende Instrumente in Gesprächen rund um Hepatitis C und Sucht dar.

Struktur und Stabilität

Zur Stärkung der Alltagsstruktur werden freizeitgestaltende Themen im Zusammenhang mit anderen Aspekten wie Verdrängung und Nachlässigkeit aufgegriffen.So können Suchtkranke wieder zu einem besseren Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl finden.

Beratung und Versorgung

Die Beratungsthemen im Suchtbereich sind vielfältig und umfassen unter anderem

  • alltagsrelevante Themen und Problemstellungen der Suchterkrankten, beispielsweise die Berücksichtigung von Substitution bei der Arbeitssuche oder Fragen zur Ernährung
  • psychische und gesellschaftliche Probleme

Strukturell wird eine Anbindung des Suchtsettings an die Versorgung angestrebt, um den Zugang zu HCV- oder HIV-Therapien zu optimieren.

Öffentlichkeitsarbeit und Vernetzung

Vernetzung ist ein wesentliches Element für die Unterstützung von Suchterkrankten. Beispiele sind

  • Anbindung des Suchtsettings an die Substitution, beispielsweise der Drogenhilfe an Substitutionspraxen/-institutionen
  • Kooperation mit dem Wohnungsamt, beispielsweise für ein „Leben nach der Haft“
  • Kooperation mit Jobcentern, beispielsweise zur Gestaltung von passgenauen Arbeitsangeboten für Substituierte

Um die Wirkung der PLUS-Initiative und das Überführen der regionalen Projekte in die Regelversorgung zu sichern, bedarf es einer öffentlichen und politischen Wahrnehmung der Problematik wie auch dem Mehrwert dieser Angebote. Insbesondere Politik und kommunale Entscheidungsträger nehmen bei diesen Entscheidungen zentrale Rollen ein, und es ist das Ziel, diese einzubeziehen.

THEMEN DER PLUS-ANGEBOTE

Visualisierung der Themen der Plusarbeit als Treppe

Erste Erfahrungen in den PLUS-Regionen deuten darauf hin, dass diese Art der Zusammenarbeit die Vernetzung verbessert und das Wissen zu Hepatitis C erhöht. Dies weist insgesamt auf eine Versorgungsverbesserung für (ehemals) Suchterkrankte hin. Der Erfolg scheint hier ein ausgewogener Mix an PLUS-Angeboten zu sein, der regionalspezifisch angepasst werden sollte.

Im Rahmen eines PLUS-Projekts sollten die Angebote so ausgewählt werden, dass sie zu bestehenden Angeboten der Region passen und sich ergänzen.

Gründung der PLUS-Initiative

Gemeinsam gegen Hepatitis C

ENTSTEHUNG DER PLUS-INITIATIVE

Um (ehemals) Suchterkrankte in den häufig komplexen Problemsituationen nachhaltig zu unterstützen und die Lebensqualität zu steigern, ist es notwendig, dass Akteure aus dem Gesundheits- und Sozialsystem zusammenarbeiten. Dies erkannten 2014 die Initiatoren der PLUS-Initiative. Der Caritasverband für Stuttgart e.V., die Deutsche Leberhilfe e.V. und AbbVie Deutschland GmbH & Co. KG gründeten das Aktionsbündnis PLUS (Stuttgarter Name des dortigen regionalen PLUS-Projektes) und riefen damit die PLUS-Initiative ins Leben.

Ziel war und ist es, gemeinsam die Versorgung und soziale Lebenssituation von suchterkrankten Menschen einschließlich Substitutionspatienten und Abstinenzwilligen – insbesondere im Hinblick auf Hepatitis C – zu verbessern.

Das Aktionsbündnis PLUS ist noch heute in Stuttgart aktiv und unterstützt weitere Städte bei der Umsetzung von regionalen PLUS-Projekten deutschlandweit. AbbVie begleitet als Projektpartner den Aufbau regionaler PLUS-Projekte.

DIE INITIATOREN DER PLUS-INITIATIVE

Unterstützung des


Aktionsbündnisses PLUS


durch die Schirmherrin


Karin Maag, MdB


Bundestagsabgeordnete und Mitglied des Gesundheitsausschusses im Deutschen Bundestag

Caritasverband

e.V.

betreut im Rahmen seines Substitutionsprogramms rund 270 Menschen.

PLUS: Starke Kooperation und ineinandergreifende Ressourcen durch die einmalige Partnerkonstellation.

Zur Webseite

Deutsche Leberhilfe

e.V.

unterstützt Erkrankte, deren soziales Umfeld und Sozialbetreuer bei der Aufklärung zu Erkrankungen.

PLUS: Mehr Menschen erreichen und sensibilisieren durch spezifisch aufbereitetes Informationsmaterial.

Zur Webseite

ABBVIE DEUTSCHLAND

GmbH & Co. KG

ist ein forschendes BioPharma-Unternehmen mit Hauptsitz in Wiesbaden.

PLUS: Verbesserung der Lebenssituation und Versorgung von Suchterkrankten mit Hepatitis C.

Zur Webseite

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