Das PLUS-Konzept im Detail – PLUS-Initiative

Die PLUS-Initiative
auf einen Blick

01 – 00Betroffene

Informationsübersicht
zur PLUS-Initiative für Drogenkonsumenten, Substituierte, Abstinenzwillige, Angehörige

Einbindung der Betroffenen in die Entwicklung des regionalen PLUS-Projekts

In einem PLUS-Projekt geht es um mehr als nur Hepatitis C und Gesundheit. Der breite Ansatz verfolgt auch die Stabilisierung der Betroffenen und die Verbesserung der Lebensqualität. Hierzu werden aus verschiedenen Bausteinen mit niedrigschwelligen Angeboten Maßnahmen aufeinander abgestimmt, um ein ganzheitliches Versorgungsangebot für suchterkrankte Hepatitis-C-Betroffene zu ermöglichen. Diese zielgerichtet aufeinander abgestimmten Maßnahmen werden zusammen mit den Betroffenen selbst entwickelt. Durch die Einbindung der Betroffenen können diese im Laufe des Projekts mehr Verantwortung übernehmen und zu sogenannten Peers werden.

Hepatitis C als zentrales Thema im Fokus

Aktuell gibt es in Deutschland wenige Unterstützungsangebote für Menschen mit einer langjährigen Suchterkrankung und der Begleiterkrankung Hepatitis C. Hepatitis C ist eine Infektionskrankheit, ausgelöst durch das Hepatitis-C-Virus (HCV), die zur Entzündung der Leber führt und heute in den allermeisten Fällen geheilt werden kann. Nicht adäquat versorgt kann sie beispielsweise zu Leberkrebs und sogar zum Tod führen. Der größte Teil der Neuinfektionen ist auf intravenösen Drogenkonsum zurückzuführen.

Versorgungsstruktur und Lebensqualität von Suchtkranken weiter verbessern

PLUS als Best Practice und einzigartigen Peer-Ansatz etablieren

Überführung des Modells in die Regelversorgung

01 – 00Für Experten

Informationsübersicht zur
PLUS-Initiative für Ärzte, Selbsthilfegruppen, Sozialarbeiter

Hepatitis C als zentrales Thema im Fokus

Aktuell gibt es in Deutschland wenige Unterstützungsangebote für Menschen mit einer langjährigen Suchterkrankung und der Begleiterkrankung Hepatitis C. Hepatitis C ist eine Infektionskrankheit, ausgelöst durch das Hepatitis-C-Virus (HCV), die zur Entzündung der Leber führt und heute in den allermeisten Fällen geheilt werden kann. Nicht adäquat versorgt kann sie beispielsweise zu Leberkrebs und sogar zum Tod führen. Der größte Teil der Neuinfektionen ist auf intravenösen Drogenkonsum zurückzuführen.

Vernetzung relevanter und disziplinübergreifender Akteure

Als Initiatoren der Idee haben sich in Stuttgart erstmals Partner aus Patientenorganisation, Wohlfahrtsverband und pharmazeutischer Industrie zu einem einzigartigen Aktionsbündnis zusammengetan, um die hierfür nötigen Weichen langfristig im Sinn der Betroffenen zu stellen. Die Deutsche Leberhilfe e.V., der Caritasverband für Stuttgart e.V. und die AbbVie Deutschland GmbH & Co. KG wollen das Problem ganzheitlich angehen und die Situation der Hepatitis-C-Betroffenen in Deutschland durch adäquate und umfassende Unterstützung von Patienten maßgeblich positiv beeinflussen. Das Aktionsbündnis PLUS arbeitet patientengruppenspezifisch an Lösungen zur Verbesserung der sozialen und gesundheitlichen Lage.

Einbindung der Betroffenen in die Entwicklung des regionalen PLUS-Projekts

In einem PLUS-Projekt geht es um mehr als nur Hepatitis C und Gesundheit. Der breite Ansatz verfolgt auch die Stabilisierung der Betroffenen und die Verbesserung der Lebensqualität. Hierzu werden aus verschiedenen Bausteinen mit niedrigschwelligen Angeboten Maßnahmen aufeinander abgestimmt, um ein ganzheitliches Versorgungsangebot für suchterkrankte Hepatitis-C-Betroffene zu ermöglichen. Diese zielgerichtet aufeinander abgestimmten Maßnahmen werden zusammen mit den Betroffenen selbst entwickelt. Durch die Einbindung der Betroffenen können diese im Laufe des Projekts mehr Verantwortung übernehmen und zu sogenannten Peers werden.

Aufbau und Verstetigung des PLUS-Konzepts zur Verbesserung der Versorgungsqualität und der Lebensqualität

Die Betroffenen benötigen neben der rein medizinischen Versorgung ein umfassendes, aufeinander abgestimmtes Hilfsangebot, um langfristig von einer Verbesserung der Lebensumstände zu profitieren. Ein ganzheitliches Versorgungsangebot mit miteinander verzahnten Bausteinen erhalten sie jedoch in den seltensten Fällen. Dies spiegelt sich auch in den Versorgungszahlen wider – die Chancen auf eine innovative Hepatitis-C-Therapie für substituierte Menschen sind geringer als die der deutschen Allgemeinbevölkerung. Menschen mit aktivem Drogengebrauch erhalten vermutlich noch wesentlich seltener Zugang zu Hepatitis-C-Therapien, was durch eine seltene aktive Nachfrage aufgrund fehlendem Wissen oder niedriger Priorität dieser Patienten noch gestärkt wird. Dies kann für den Patienten selbst wie auch für die Menschen in seinem Umfeld entscheidende Konsequenzen bedeuten. Dazu zählen beispielsweise massive Auswirkungen auf den eigenen Gesundheitszustand und Infektionsrisiken für nicht-infizierte Menschen. Die PLUS-Initiative mit Fokus auf Hepatitis C wurde mit dem Ziel ins Leben gerufen, die gesundheitliche und psychosoziale Lebens- und Versorgungssituation von Drogenkonsumenten, Substituierten und Abstinenzwilligen in Deutschland zu verbessern und damit eine gesundheitliche Chancengleichheit zu fördern.

Versorgungsstruktur und Lebensqualität von Suchtkranken weiter verbessern

PLUS als Best Practice und einzigartigen Peer-Ansatz etablieren

Überführung des Modells in die Regelversorgung

01 – 00Öffentlichkeit

Informationsübersicht
zur PLUS-Initiative für Politik, Städte, Medien

Hepatitis C als zentrales Thema im Fokus

Aktuell gibt es in Deutschland wenige Unterstützungsangebote für Menschen mit einer langjährigen Suchterkrankung und der Begleiterkrankung Hepatitis C. Hepatitis C ist eine Infektionskrankheit, ausgelöst durch das Hepatitis-C-Virus (HCV), die zur Entzündung der Leber führt und heute in den allermeisten Fällen geheilt werden kann. Nicht adäquat versorgt kann sie beispielsweise zu Leberkrebs und sogar zum Tod führen. Der größte Teil der Neuinfektionen ist auf intravenösen Drogenkonsum zurückzuführen.

Aufbau und Verstetigung des PLUS-Konzepts zur Verbesserung der Versorgungsqualität und der Lebensqualität

Die Betroffenen benötigen neben der rein medizinischen Versorgung ein umfassendes, aufeinander abgestimmtes Hilfsangebot, um langfristig von einer Verbesserung der Lebensumstände zu profitieren. Ein ganzheitliches Versorgungsangebot mit miteinander verzahnten Bausteinen erhalten sie jedoch in den seltensten Fällen. Dies spiegelt sich auch in den Versorgungszahlen wider – die Chancen auf eine innovative Hepatitis-C-Therapie für substituierte Menschen sind geringer als die der deutschen Allgemeinbevölkerung. Menschen mit aktivem Drogengebrauch erhalten vermutlich noch wesentlich seltener Zugang zu Hepatitis-C-Therapien, was durch eine seltene aktive Nachfrage aufgrund fehlenden Wissens oder niedriger Priorität dieser Patienten noch gestärkt wird. Dies kann für den Patienten selbst wie auch für die Menschen in seinem Umfeld entscheidende Konsequenzen bedeuten. Dazu zählen beispielsweise massive Auswirkungen auf den eigenen Gesundheitszustand und Infektionsrisiken für nicht-infizierte Menschen. Die PLUS-Initiative mit Fokus auf Hepatitis C wurde mit dem Ziel ins Leben gerufen, die gesundheitliche und psychosoziale Lebens- und Versorgungssituation von Drogenkonsumenten, Substituierten und Abstinenzwilligen in Deutschland zu verbessern und damit eine gesundheitliche Chancengleichheit zu fördern.

Vernetzung relevanter und disziplinübergreifender Akteure

Als Initiatoren der Idee haben sich in Stuttgart erstmals Partner aus Patientenorganisation, Wohlfahrtsverband und pharmazeutischer Industrie zu einem einzigartigen Aktionsbündnis zusammengetan, um die hierfür nötigen Weichen langfristig im Sinne der Betroffenen zu stellen. Die Deutsche Leberhilfe e.V., der Caritasverband für Stuttgart e.V. und die AbbVie Deutschland GmbH & Co. KG wollen das Problem ganzheitlich angehen und die Situation der Hepatitis-C-Betroffenen in Deutschland durch adäquate und umfassende Unterstützung von Patienten maßgeblich positiv beeinflussen. Das Aktionsbündnis PLUS arbeitet patientengruppenspezifisch an Lösungen zur Verbesserung der sozialen und gesundheitlichen Lage.

Einbindung der Betroffenen in die Entwicklung des regionalen PLUS-Projekts

In einem PLUS-Projekt geht es um mehr als nur Hepatitis C und Gesundheit. Der breite Ansatz verfolgt auch die Stabilisierung der Betroffenen und die Verbesserung der Lebensqualität. Hierzu werden aus verschiedenen Bausteinen mit niedrigschwelligen Angeboten Maßnahmen aufeinander abgestimmt, um ein ganzheitliches Versorgungsangebot für suchterkrankte Hepatitis-C-Betroffene zu ermöglichen. Diese sinnvoll aufeinander abgestimmten Maßnahmen werden zusammen mit den Betroffenen selbst entwickelt. Durch die Einbindung der Betroffenen können diese im Laufe des Projekts mehr Verantwortung übernehmen und zu sogenannten Peers werden.

Versorgungsstruktur und Lebensqualität von Suchtkranken weiter verbessern

PLUS als Best Practice und einzigartigen Peer-Ansatz etablieren

Überführung des Modells in die Regelversorgung

01Das PLUS-Konzept

PLUS-Teilnehmer berichten

Es ist ein wunderschönes Gefühl, an den Erfolgserlebnissen der Klienten Teil zu haben.
eine Honorarkraft des PLUS-Projekts
aus Stuttgart
Die PLUS-Angebote waren für mich eine Chance, den Alltag neu zu gestalten.
ein Drogenkonsument
aus Stuttgart
PLUS hat mir geholfen, mit mir, mit anderen und mit der Familie wieder besser klar zu kommen.
ein Drogenkonsument
aus Stuttgart

01 – 01Handlungsbedarf
und Ausgangssituation
für PLUS

Suchterkrankung und Hepatitis C

Das Hepatitis-C-Virus (HCV): möglicher Auslöser für Leberzirrhose, Leberkrebs und Leberversagen

Hepatitis C ist eine Erkrankung der Leber, von der etwa 300.000 Menschen in Deutschland betroffen sind. Sie wird durch das Hepatitis-C-Virus (HCV) ausgelöst. Oft leben die Betroffenen über Jahre mit der Infektion, ohne es zu wissen. In den ersten sechs Monaten kann der Körper die Erkrankung in rund 20 % aller Fälle von selbst ausheilen. Geschieht das nicht, spricht man von einer chronischen Hepatitis C. Die Entzündung der Leber schreitet oft unbemerkt über einen längeren Zeitraum voran. Die chronische Erkrankung kann zu einer Leberschädigung bis hin zur Leberzirrhose, Leberkrebs und schließlich zum Tod führen. 2.500 Menschen in Deutschland sterben jährlich an Leberversagen als Folge einer chronischen HCV-Infektion.

HEPATITIS C
IN DEUTSCHLAND

75-85%

der Infektionen entwickeln sich zu einer chronischen Hepatitis C

2.500

Menschen sterben pro Jahr an Leberversagen als Folge einer chronischen Hepatitis-C-Infektion

300.000

Betroffene mit chronischer Hepatitis C gibt es schätzungsweise in Deutschland

Sucht
und das Hepatitis-C-Virus

76%

der neuen HCV-Infektionen in Deutschland sind auf intravenösen Drogenkonsum zurückzuführen

Die Zahl der Drogenkonsumenten in Deutschland ist schwer zu schätzen. Etwa 174.000 Menschen gelten in Deutschland als heroinabhängig, rund 77.200 Drogenkonsumenten erhalten derzeit eine Substitutionsbehandlung. Ihr Leben prägt häufig ein komplexes Geflecht aus psychischen, sozialen und gesundheitlichen Problemen, die die Hoffnung auf eine bessere Zukunft verdrängen: Vielen fehlt eine eigene Wohnung und sie haben kaum ausreichende Mittel zur Verfügung, um ihren Alltag zu bewältigen. Häufig werden soziale Kontakte lediglich zu Menschen innerhalb der Drogenszene und zu Akteuren des Hilfesystems gehalten.

30.000

Substitutionspatienten in Deutschland sind mit Hepatitis C diagnostiziert

Eine Ansteckung mit dem Virus erfolgt über direkten Blut-zu-Blut-Kontakt. Für nur 25 % der Hepatitis-C-Betroffenen ist der Übertragungsweg bekannt. Menschen mit intravenösem Drogenkonsum bilden deshalb eine Hochrisikogruppe für eine HCV-Infektion: So wurde 2016 in 76 % aller neu diagnostizierten Hepatitis-C-Fälle mit bekanntem Infektionsweg das Virus durch intravenösen Drogenkonsum übertragen.

20%

der diagnostizierten HCV-Patienten sind auch Substitutionspatienten

153.000

Menschen mit Hepatitis C sind derzeit diagnostiziert

10%

der therapierten Patienten sind auch Substitutionspatienten

Die Chance auf eine innovative Hepatitis-C-Therapie für Menschen, die sich in einer Substitutionstherapie befinden, ist nur halb so hoch wie die der Menschen ohne Suchtproblematik. Bei Menschen mit aktivem Drogengebrauch werden deutlich niedrigere Therapieraten vermutet. Diese Tatsache ist, neben den häufig fehlenden Zugängen, auch dem Umstand geschuldet, dass von Menschen mit Suchtproblemen häufig keine Therapie angestrebt wird. Die eigene Gesundheit stellt für Menschen mit Drogenproblemen ein häufig nachrangig priorisiertes Thema dar. Auch gibt es von anderen Seiten teilweise Vorbehalte, da eine mangelnde Adhärenz angenommen wird. Studien belegen jedoch, dass die Adhärenz von Substitutionspatienten aufgrund des intensiven und engmaschigen Unterstützungsnetzwerks teilweise über dem der Gesamtbevölkerung liegt. Durch die regelmäßigen Arztkontakte wird dieser Umstand deutlich begünstigt.

ein Fazit

Die Chance auf eine Hepatitis-C-Therapie ist für Substitutionspatienten im Vergleich zur Normalbevölkerung deutlich niedriger.

Der Zugang zu innovativen Hepatitis-C-Therapien ist für Menschen ohne Suchtproblematik deutlich erfolgsversprechender. Gesellschaftliche Randgruppen wie Drogenkonsumenten, Substituierte und Abstinenzwillige werden bei dieser Thematik diskriminiert. Ein Problem ohne konkrete Lösungsstrategie.

Handlungsbedarf

Initiierung eines ganzheitlichen Präventions- und Unterstützungsangebots für mehr gesundheitliche Chancengleichheit

Hepatitis C ist heutzutage sehr gut behandelbar und in den meisten Fällen heilbar. Trotzdem konnte die Zahl der Suchtbetroffenen einschließlich Substitutionspatienten und Abstinenzwilligen, die an Leberzirrhose oder Leberkrebs erkranken, bislang nicht maßgeblich gesenkt werden.

01 – 02Zielsetzung der
PLUS-Initiative

die Bekämpfung von Hepatitis C

PLUS ist ein innovativer Ansatz in der Suchthilfe zur Bekämpfung von Hepatitis C. Mit PLUS-Projekten wird die gesundheitliche Chancengleichheit gefördert, folgende Ziele werden hierfür verfolgt:

Teilhabe, Teilnahme, Teil sein der Betroffenen am gesellschaftlichen Leben

Ganzheitliche, alltagsintegrierte Unterstützungsangebote zusätzlich zur Basisversorgung

Psychische und soziale Stabilisierung von Betroffenen sowie gesteigerte Erfahrung des Selbstwerts

Förderung von Selbstwirksamkeit und Selbstständigkeit der Betroffenen sowie Entwicklung gesellschaftlicher Partizipation und persönlicher Entfaltung unter Einsatzes des Peer-PLUS-Peer-Konzepts

Mehr soziale Lebensqualität der Betroffenen

Aufbau von Gesundheitswissen und dadurch eines gesteigerten Gesundheitsbewusstseins (unter anderem in Bezug auf Hepatitis C)

Aufbau eines interdisziplinären Versorgungsnetzwerks und Zugang zu diesem

Erfahrungen anderen Betroffenen im Sinn der Selbsthilfe zur Verfügung stellen

Vernetzung und Austausch der Partner sowie relevanter und sektorübergreifender Akteure

01 – 03Das PLUS-Konzept

das „Mehr“ in der Versorgung

Teilhaben + Teilnehmen + Teil sein

Mit PLUS verfolgen die Partner einen partizipativen Versorgungsansatz: Gemeinsame (Weiter-) Entwicklung des Konzepts mit den Betroffenen, um Bedürfnisse gezielt zu adressieren und gleichzeitig hierdurch zu motivieren.

PLUS ist ein neuartiger Ansatz, um Drogenkonsumenten, Substituierte und Abstinenzwillige zu erreichen und deren regionale Gesundheitsversorgung durch eine umfassende Betrachtung der Lebensumstände nachhaltig und strukturell zu verbessern. Der Fokus liegt dabei auf dem Thema Hepatitis C. Das PLUS-Konzept sieht gleichzeitig die Entwicklung von Hilfsangeboten zum Abbau anderer, auch gesundheitsunabhängiger Probleme vor. Hierdurch wird dem Thema Gesundheit überhaupt die Möglichkeit gegeben, wieder einen größeren Stellenwert einzunehmen. Innovativ ist die PLUS-Initiative durch die Einbeziehung der Suchtbetroffenen selbst in die Ausgestaltung der regionalen PLUS-Projekte. Durch diesen partizipativen Peer-Ansatz (Peer-PLUS-Peer-Konzept) wird zum einen die Motivation der Betroffenen an der Teilnahme des Programms gestärkt, indem sie zu Beteiligten werden. Zum anderen wird somit sichergestellt, dass die Maßnahmen an den echten Bedürfnissen von Drogenkonsumierenden, Substitutionspatienten und Abstinenzwilligen ausgerichtet und damit zielführend in ihrer Unterstützung sind. Die Partner der Initiative streben eine Verstetigung des PLUS-Konzepts und den damit einhergehenden Angeboten an. Sie sind überzeugt, nur durch ein langfristig ausgelegtes Versorgungsangebot können Versorgungsqualität und Lebensqualität nachhaltig verbessert werden.

Die Vernetzung der Partner spielt im Konzept eine große Rolle. Durch den Zusammenschluss verschiedener Akteure können umfassende Expertise und sektorspezifische Aspekte im Sinne der Betroffenen in das PLUS-Projekt integriert werden. Ein PLUS-Projekt durch lediglich eine Institution ist daher nicht zielführend.

Evaluation – PLUS: ein großer Erfolg

Best Case zur Verbesserung der Versorgungssituation Suchtbetroffener mit Hepatitis C

Verbesserung der Lebenssituation als Basis für ein Gesundheitsbewusstsein

Partizipativer Peer-Ansatz

Mit PLUS gegen Hepatitis C

01 – 04PLUS-Angebote
und Aktivitäten

Welche Angebote und konkreten Aktivitäten könnten im Rahmen eines PLUS-Konzeptes in unserer Stadt integriert werden?

Im Sinn des Erfahrungsaustauschs sind hier alle Angebote, die bislang in PLUS-Projekten entwickelt und getestet wurden, gesammelt aufgelistet. Die einzelnen Aktivitäten werden beschrieben und Beispiele aus PLUS-Projekten aufgeführt. Der Sammlung ist als Anregung und zur Ideengenerierung zu verstehen. Die Beschreibungen der Beispiele geben jeweils das Umsetzungsszenario wieder, das für die jeweilige Stadt mit den entsprechenden Rahmenbedingungen gewählt wurde. Anpassungen auf die regionalen Möglichkeiten und die Bedürfnisse der Betroffenen sind unabdingbar. Weitere Aktivitäten, die im Rahmen eines PLUS-Projekts ins Leben gerufen werden, werden sukzessive hinzugefügt.

Kompetenztraining und Schulungen

für Betroffene und Experten

Trainings und Schulungen dienen dazu mehr Wissen unter anderem über Hepatitis C zu erlangen sowie sich seiner Kompetenzen bewusst zu werden. Für die Klienten können Schulungen die Bewältigung alltäglicher Aufgaben vereinfachen und neue Kompetenzen können aufgebaut werden. Experten werden durch Schulungen und Weiterbildungen dabei unterstützt, Sicherheit im Umgang mit den Betroffenen und den Themen, die im Kontext einer Drogensucht relevant sein können, zu gewinnen und zu stärken.

Unterstützende Hepatitis-C-Informationsmaterialien / Aufklärungsmaterialien

für Betroffene und Experten

Die HCV-Informationsmaterialien wurden in Zusammenarbeit mit Betroffenen erstellt, um somit den Bedürfnissen der Klienten gerecht zu werden und verständlich aufbereitet sind. Auch für die Experten können die Materialien unterstützende Instrumente darstellen. Zum einen geben sie die Möglichkeit, mit den Materialien auf die Betroffenen zuzugehen, zum anderen, ist die Aufklärung anhand von Anschauungsunterlagen häufig einfacher.

Gesundheit / Sport und Freizeit

für Betroffene

Zur Stärkung der Alltagsstruktur werden alltagsgestaltende Themen wie Sport oder andere Freizeitaktivitäten angeboten, die unter anderem Aspekte wie Verdrängung und Nachlässigkeit aufgreifen. Aufgrund von häufig erlebten Wissensdefiziten wurden speziell für diese Zielgruppe Angebote zur Wissensvermittlung zu Themen wie gesunde Ernährung, Hepatitis C oder Bewerbungstraining entwickelt.

Beratungsangebote

für Betroffene

Die Unterstützungsangebote für Suchtbetroffene umfassen in der Suchthilfe mehrere Themengebiete. Neben alltagsrelevanten Themen und Problemstellungen gehen mit der Sucht selbst oft psychische und gesellschaftliche Probleme einher. Situationsabhängige Beratungsangebote können einen wichtigen Baustein für die Betroffenen darstellen.

Öffentlichkeit / externe Kommunikation und Vernetzung

für Experten

Um die Wirkung von PLUS und das Überführen der Projekte in die Regelversorgung zu sichern, bedarf es öffentlicher Aufmerksamkeit, insbesondere Politik und kommunale Entscheidungsträger sind an dieser Stelle zu nennen. Unterstützer z.B. in Form der Übernahme einer Schirmherrschaft, öffentliche Veranstaltungen, Auftritte und Veröffentlichungen tragen zur Bekanntheit und damit auch hoffentlich zum langfristigen Erfolg der Projekte bei.

Peer-PLUS-Peer

für Betroffene

Ein Peer-Ansatz ist keine eigenständige Aktivität, sondern ein begleitender Ansatz. Betroffene haben teil, nehmen teil und werden schließlich als Peer ein gesellschaftlicher Teil, der die Aktivitäten mitgestaltet und als Teil der Zielgruppe innerhalb dieser eigene Erfahrungen teilt. Besonders erfolgreich zeigt sich dieser Ansatz, da ein Peer auf Augenhöhe kommuniziert und somit als besonders authentisch und glaubwürdig eingestuft wird. Mehr zum Peer-PLUS-Peer-Konzept erfahren Sie hier.

Die ersten PLUS-Erfahrungen zeigten Erfolge bei einem ausgewogenen Mix an Angeboten für Betroffene. Auf der einen Seite wurden niedrigschwellige Aktivitäten zum Beispiel die Teilnahme an einem gemeinsamen Frühstück angeboten. Auf der anderen Seite wurden zusätzlich hochschwelligere Angebote aufgenommen, zum Beispiel Weiterbildungen zu unterschiedlichen Themenkomplexen zur Förderung eigener Kompetenzen – Gesundheit stellte einen davon dar. Neue Angebote sollten so ausgewählt werden, dass sie mit bestehenden kombiniert werden können und mögliche regionale Angebotslücken schließen. Die thematischen Schwerpunkte der neuen Angebote sollten sich stets am Bedarf der Betroffenen orientieren und an den Bedürfnissen in ihrer aktuellen Lebenslage anknüpfen. Wissensvermittlung zum Thema Gesundheit und Hepatitis C stellt einen wichtigen Teil der bestehenden PLUS-Projekte dar, da sich der Informationsstand bislang vor Projektstart als gering darstellte. Grundsätzlich sollten die folgenden Kategorien in der Struktur eines PLUS-Projekts enthalten sein, um ein ganzheitliches Konzept sicher zu stellen.

01 – 05Initiatoren der
PLUS-Initiative

Gemeinsam gegen Hepatitis C

Um Betroffene in den komplexen Problemsituationen nachhaltig zu unterstützen und die Lebensqualität zu steigern, ist es notwendig, dass Akteure aus dem Gesundheits- und Sozialsystem zusammenarbeiten. Dies erkannten 2014 die Initiatoren von PLUS. Der Caritasverband für Stuttgart e.V., die Deutsche Leberhilfe e.V. und AbbVie Deutschland GmbH & Co. KG gründeten das Aktionsbündnis PLUS (regionaler Name des PLUS-Projektes) und riefen damit die PLUS-Initiative ins Leben. Ziel war und ist es, gemeinsam die Versorgung von suchtkranken Menschen einschließlich Substitutionspatienten und Abstinenzwilligen – insbesondere im Hinblick auf Hepatitis C – sowie die soziale Lebenssituation als Basis für die Schaffung eines Gesundheitsbewusstseins zu verbessern. Das Aktionsbündnis PLUS ist noch heute in Stuttgart aktiv und unterstützt weitere Städte bei der Umsetzung von PLUS-Initiativen deutschlandweit.

Initiatoren von PLUS sind drei Institutionen, die in Stuttgart das Aktionsbündnis PLUS gründeten.

Unterstützung des


Aktionsbündnisses PLUS


durch die Schirmherrin


Karin Maag, MdB


Bundestagsabgeordnete und Mitglied des Gesundheitsausschusses im Deutschen Bundestag

Caritasverband

für Stuttgart e.V. betreut im Rahmen seines Substitutionsprogramms rund 270 Menschen.

Der Caritasverband für Stuttgart e.V. übernimmt in Stuttgart im Rahmen der Substitutionsbehandlung die begleitende psychosoziale Beratung und Betreuung für rund 270 Menschen. Zudem bietet die Caritas im Aufnahmehaus für Drogenkonsumenten („Sleep Inn“) sowie im betreuten Wohnen für Substituierte und Abstinenzwillige („Clean WG“) eine passende Aufnahmestruktur. Ca. 78 % der intravenös konsumierenden Menschen von Drogen wie Opiaten oder Kokain sind nach Erkenntnissen des Robert Koch-Instituts (RKI) zufolge von einer HCV-Infektion betroffen. Aufgrund der Finanzierungsfrage reichen die zur Verfügung stehenden personellen Ressourcen in vielen Fällen nicht, um den über die akuten Probleme hinausgehenden komplexen Hilfebedarf mitunter schwer kranker Menschen bedarfsgerecht zu decken. Aus Sicht der Sozialorganisation lag die Stärke der Kooperation insbesondere in den zusätzlichen Ressourcen, die durch die Zusammenarbeit mit den Partnern verfügbar wurden. Dr. Klaus Obert, Bereichsleiter Sucht- und Sozialpsychiatrische Hilfen beim Caritasverband für Stuttgart: „Dank der besseren personellen Ausstattung während der Projektlaufzeit und der auf die Bedürfnisse der Betroffenen ausgerichteten Projekte kann es gelingen, sich mit den Menschen intensiver über ihre gesundheitliche Lage auseinanderzusetzen“.

PLUS: Starke Kooperation und ineinandergreifende Ressourcen durch die einmalige Partnerkonstellation.

Zur Webseite

Deutsche Leberhilfe

e.V. unterstützt Betroffene, deren soziales Umfeld und Sozialbetreuer bei der Aufklärung zu Erkrankungen.

Die Deutsche Leberhilfe e.V. sieht vor allem die Notwendigkeit, Betroffene, ihr soziales Umfeld und die Sozialbetreuer über Hepatitis C aufzuklären. Babette Herder, Projektleiterin der Deutschen Leberhilfe: „Mit Hilfe von spezifisch aufbereitetem Informationsmaterial, das von altbekannten Mustern abweicht und betroffene Patienten direkt anspricht, ergibt sich in den Projekten des Aktionsbündnisses die Möglichkeit, die Menschen zu erreichen und sie für die Risiken einer HCV-Infektion zu sensibilisieren.“

PLUS: Mehr Menschen erreichen und sensibilisieren durch spezifisch aufbereitetes Informationsmaterial.

Zur Webseite

AbbVie

Deutschland GmbH & Co. KG ist ein forschendes BioPharma-Unternehmen mit Hauptsitz in Wiesbaden.

Die AbbVie Deutschland GmbH & Co. KG arbeitet als BioPharma-Unternehmen unter anderem an neuen Therapieoptionen gegen Hepatitis C. Innerhalb des Aktionsbündnisses bringt AbbVie sein Wissen über HCV-Erkrankung sowie die Herausforderungen und Möglichkeiten von Menschen mit chronischen Erkrankungen mit ein. Darüber hinaus beteiligt sich das Unternehmen an der Finanzierung sowie Koordination der Projekte. Patrick Horber, Geschäftsführer bei AbbVie Deutschland: „Medikamente und Therapien können die gesundheitliche Situation verbessern. Um die Erkrankung zu besiegen, müssen wir jedoch über die Therapie hinaus ansetzen und weiter wirken. Dafür setzen wir uns in verschiedenen Projekten wie dem Aktionsbündnis PLUS gemeinsam mit Partnern ein. PLUS wurde initiiert, um die Lebens- und Versorgungssituation von Suchterkrankten insbesondere im Hinblick auf Hepatitis C zu verbessern.“

PLUS: Verbesserung der Lebenssituation von Suchtbetroffenen mit Hepatitis C und deren Versorgung.

Zur Webseite

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